Rundblick

8. Mai 2024

Interview mit Sven Peters

Waldgespräch

Sven Peters (r.) ,1. Vorsitzender von Duvenstedt aktiv, hat uns viel über die Stadtteilinitiative erzählt, auch zum Lachen sind wir reichlich gekommen.

Thomas Staub:
Hallo Sven, schön, dass Du in den Tangstedter Forst zum Waldgespräch bzw. sogar zum Jubiläumsgespräch gekommen bist. Das Zweite gilt sogar für uns beide. Also, herzlichen Glückwunsch zum 20. Jubiläum der Stadtteilinitiative Duvenstedt aktiv! Was sind eigentlich die Grundsätze des Vereins?“

Sven Peters, 1. Vorsitzender von Duvenstedt aktiv:
Danke vielmals und Dir natürlich auch alles Gute zu Eurer 60. Ausgabe beziehungsweise zu zwöf Jahren Duvenstedter Kreisel.

Also, schon seit den Anfängen ging es uns darum, Duvenstedt aufzupeppen und den Selbständigen eine gute Plattform zu bieten. Wir wollen, dass sich hier jeder wohlfühlt und alle zusammenhalten. Und ja, wir bleiben dabei neutral und halten uns aus der Politik raus, das ist uns wirklich wichtig.

Thomas Staub:
Kannst du uns einen Überblick über die wichtigsten Errungenschaften und Meilensteine von Duvenstedt aktiv geben?“

Sven Peters:
Ein echter Meilenstein war definitiv die Gründung des Vereins. Damit wurde der starke Zusammenhalt im Ort richtig sichtbar. Die Liebe zum Standort und das Engagement für unsere Gemeinde haben uns von Anfang an angetrieben.

Und über die Jahre haben wir diesen Spirit immer weitergetragen, von einer Generation zur nächsten. Das hat dazu beigetragen, dass sich der Verein entwickelt hat und heute noch aktiv ist.

Ein sympatischer Interview-Partner nahm auf dem Waldsofa Platz.

Thomas Staub:
Welche Herausforderungen sieht Duvenstedt aktiv für die Zukunft?

Sven Peters:
Eine große Sache für uns ist, dass wir den Draht zu unseren Mitgliedern behalten müssen. Wir wollen deren Bedürfnisse verstehen und ihre Interessen vertreten, aber das ist manchmal wirklich schwierig. Wir sind immer froh, wenn sich Mitglieder einbringen und uns sagen, was sie sich wünschen.
Und dann haben wir natürlich das Budget im Blick. Veranstaltungen wie unser „Lichtermeer“ kosten eine Menge Geld. Aber wir halten daran fest, weil es für unsere Gemeinde wichtig ist.

Außerdem kümmern wir uns um die Pflege des Verkehrskreisels und solche Dinge. Wir wollen unseren Ort schön halten. Jedes Mitglied bekommt zu Ostern einen Osterstrauch und zu Weihnachten eine Tanne vor die Tür gestellt – das ist etwas Besonderes und gibt es nur hier.
Aber ehrlich gesagt, reichen die Mitgliedsbeiträge allein nicht aus. Deshalb organisieren wir das Maibaumaufstellen ohne kommerzielle Beteiligung und machen auch selbst mit. Alle Einnahmen fließen in den Verein zurück und somit in den Ort.

Thomas Staub:
Welche Rolle spielt der Verein bei der Stärkung der Gemeinschaft und des Zusammengehörigkeitsgefühls in Duvenstedt?

Sven Peters:
Ein Hamburg, ein Dorf, ein „Wir“. Das schreiben wir uns im wahrsten Sinne des Wortes auf die Fahne. Das gilt sowohl für die Unternehmer als auch für die Menschen, die hier leben.

Für die Unternehmer bedeutet eine Mitgliedschaft bei Duvenstedt aktiv, Teil eines breiten Netzwerkes zu sein, sich zu kennen und sich gegenseitig zu empfehlen. Der Austausch untereinander ist uns wichtig und eine Bereicherung für jeden. Wir möchten die Selbständigen zusammenführen und die Gemeinschaft untereinander stärken.
Für die Bewohner Duvenstedts sind unsere Events das Highlight. Beim Maibaumaufstellen oder beim „Lichtermeer“ kommen Nachbarn, Freunde und Passanten zusammen und haben einfach eine super Zeit. Das schweißt uns richtig zusammen und macht Duvenstedt zu etwas ganz Besonderem.

Thomas Staub:
Wie hat sich Duvenstedt aktiv weiterentwickelt, um den sich ändernden Bedürfnissen und Herausforderungen gerecht zu werden?

Sven Peters:
Da mussten wir wirklich flexibel sein. Wir haben gemerkt, dass wir uns neuen Themen stellen müssen und auch mal über den Tellerrand schauen sollten. Um für Duvenstedt noch mehr zu erreichen, haben wir angefangen, uns mit anderen Gruppen und Vereinen zu vernetzen und ständig im Austausch zu bleiben.
Aber gut, um mit den Herausforderungen klarzukommen, brauchen wir im Verein wirklich eine Menge unterschiedlicher Fähigkeiten und Leute, die bereit sind, sich ehrenamtlich reinzuhängen. Das ist heutzutage die schwierigste Herausforderung, Leute zu finden, die mitmachen wollen.

Thomas Staub:
Gibt es besondere Projekte oder Momente aus den vergangenen Jahren, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

Sven Peters:
Absolut! Ein Projekt, das mir wirklich am Herzen liegt, war das „Lichtermeer“ 2022. Das war wirklich eine Riesenaufgabe für uns. Wir hatten uns für den Neustartfond der Hansestadt Hamburg beworben, der nach der Corona-Krise ins Leben gerufen wurde, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Unternehmer zu unterstützen.
Und weißt du was? Unser Antrag war erfolgreich! Dadurch konnten wir ein großartiges Hüttendorf aufbauen, das größtenteils von der Stadt finanziert wurde. Das hat uns ermöglicht, den Standbetreibern die Hütten auf unserem Weihnachtsmarkt kostenlos anzubieten, eine Eisstockbahn zu mieten und die Kreiseltanne mit neuen Lichtern zu schmücken. Und nicht zu vergessen: Wir konnten 120 kleine Weihnachtsbäume plus Kreiseltanne bestellen, ohne dass der Verein die Kosten tragen musste. Das war wirklich ein toller Erfolg für uns!

Thomas Staub:
Wie sieht Eure Vision für die Zukunft aus? Welche Ziele möchtet Ihr erreichen?

Sven Peters:
Da habe ich eine schöne Metapher für Dich: Tradition ist nicht nur die Asche anzubeten, sondern das Feuer weiter brennen zu lassen. Unsere Vision ist, den Verein lebendig zu halten und gemeinsam mit unseren Mitgliedern voranzugehen. Wenn wir das mit Motivation und Freude schaffen, dann haben wir viel erreicht.

Thomas Staub:
Welche Bedeutung haben Unterstützer und Einwohner für den Erfolg von Duvenstedt aktiv?

Sven Peters:
Eine sehr wichtige Frage! Zunächst muss ich sagen, dass unser Vorstand und Beirat fantastisch sind. Die packen alle Themen voller Engagement und Motivation an und leisten großartige Arbeit!
Aber ohne unsere „DuvenEngel“ wäre das alles nicht möglich, die wichtige Stützen sind. Keine Veranstaltung würde klappen, wenn wir nicht so tatkräftige Helfer an unserer Seite hätten. Die sind einfach Gold wert!

Und klar, auch die Duvenstedter sind unglaublich wichtig. Auch wenn wir ein Verein für Unternehmer sind, ist es total entscheidend für uns zu wissen, was die Leute hier beschäftigt und wie sich der Ort entwickelt. Ohne deren Unterstützung könnten wir das alles nicht machen.

Thomas Staub:
Wie erfahren wir mehr über den Verein? Welche Möglichkeiten gibt es, sich einzubringen?

Sven Peters:
Es gibt eine ganze Menge Möglichkeiten, um mit uns in Kontakt zu kommen. Zum einen kann man Mitglied werden, das gilt sowohl für Geschäftsleute als auch für Privatpersonen. Oder man schnuppert als Helfer rein, wenn man uns temporär unterstützen möchte.
Zudem haben wir noch unseren gemütlichen Stammtisch, der jeden Monat stattfindet und bei dem jeder herzlich willkommen ist! Die Infos dazu gibt es auf unserer Homepage, die übrigens neu designt wurde, plus aktuelle Infos zu Mitgliedern und Veranstaltungen – einfach mal unter www.duvenstedt-aktiv.de vorbeischauen.

Thomas Staub:
20 Jahre sind eine lange Zeit. Ich glaube, Du bist damals auch schon dabei gewesen, als der Verein gegründet wurde. Ich kann mich noch an den ersten 1. Vorsitzenden, Rainer Lerche, den damaligen Inhaber von „Lerche im Alstertal“, erinnern. 2005, knapp ein Jahr nach der Vereinsgründung, bin ich mit meiner Agentur SiteMap Medien-Design Mitglied geworden. Kannst Du Dich noch an alle Deine Vorgänger erinnern?

Sven Peters:
Stimmt, ich kann mich noch an die Vereinsgründung beziehungsweise an meine Aufgabe als Kassenprüfer und selbstverständlich an Rainer Lerche erinnern. Danach übernahm Beate Rudloff für viele Jahre den Vorsitz. Für ihr Engagement möchte ich ihr noch einmal ein großes Lob aussprechen. Auf sie folgte Alex Cornelisen und nun habe ich den Job.

Generell möchte ich betonen, dass ohne die fleißigen Vorstandsmitglieder, die Beiräte und die vielen freiwilligen Helfer Duvenstedt aktiv nicht das wäre, was es heute ist – ein Hamburg, ein Dorf, ein „Wir“.

Thomas Staub:
Vielen Dank, lieber Sven, für das entspannte und informative Gespräch. Ich freue mich, mit Euch noch viele Jahre für Duvenstedt und die Region Oberalster da zu sein.