Kultur & Unterhaltung

6. Januar 2026

Außergewöhnliche Skulpturen für Haus und Garten

Sigrid Pieper schafft unkonventionelle Unikate aus Ton

Wenn Sigrid Pieper kreativ werden will, geht sie in den Keller ihres Hauses in Kayhude und dreht die Musik auf. Laut. Am liebsten Rock, Techno oder Hard Rock. „Um zähe Tonklumpen zu bearbeiten, brauche ich viel Kraft, und die beste Unterstützung ist entsprechend kraftvolle Musik“, sagt sie lächelnd. Geht es an filigrane Arbeiten, wählt sie dagegen ruhigere Töne – passender für harmonische Gesichtszüge ihrer Skulpturen.
Als junge Frau hat Sigrid Pieper viel gemalt – großformatig in Öl und mit Acryl. „Dann lernte ich eine Töpferin kennen, die mir die Grundlagen des Töpferns beibrachte. Von Anfang an war ich von dem wunderbaren Rohstoff Ton fasziniert, den man formen, gießen, drehen, montieren, verbiegen, schneiden und raspeln kann. Auf einer Töpferscheibe Teller, Becher und Schalen zu fertigen, daran hatte ich überhaupt kein Interesse – ich wollte figürlich und in Aufbautechnik experimentieren.“

Und das tut sie bis heute. Keine ihrer Skulpturen gibt es ein zweites Mal und ihre Stile können unterschiedlicher nicht sein. Ob ein abstrakter Frauentorso mit Spiegelglasur, eine elegante Frauenfigur, die sich aus marmorfarbenem Fels herausschält, eine barocke Skulptur mit üppigen Formen, ein Punker mit einem Haarkamm aus Schrauben oder eine schillernde Wassermaske mit vielen verschiedenen Blautönen – jedes Werk für sich ist ein Hingucker für Haus oder Garten.

Unkonventionelle Formgebung und ein besonderes Farbenspiel sind die Merkmale der autodidaktischen Keramikkünstlerin. Inspiration bekommt sie unter anderem in der Natur – praktisch vor der Haustür im ländlichen Kayhude vor den Toren Hamburgs. So entdeckte sie kürzlich einen Baumstamm mit besonders geformten Ästen, die an eine Umarmung erinnerten. „Aus dem Bild musste ich etwas machen“ – und so entstand wieder ein neues Kunstobjekt. In ihrer gemütlichen Kellerwerkstatt findet sie innere Ruhe und kann ihre Gedanken fließen lassen. „Wenn mein Mann um Mitternacht in der Tür steht, habe ich mal wieder die Zeit vergessen“, räumt Sigrid Pieper mit einem Augenzwinkern ein.

Über ihre Homepage verkauft sie ihre Werke sogar bis nach Österreich, in die Slowakei und die Schweiz sowie auf Ausstellungen im Großraum Hamburg etwa im Altonaer Museum, in der Krypta des Michels, im Sasel Haus und Kultorhaus sowie vor Kurzem in der Wilstedter Rosenkate.

Trotz aufwändiger Handarbeit sind die Objekte erschwinglich. „Ich möchte, dass sich viele Menschen Kunst leisten können, Freude daran haben und sie wertschätzen“, so die Künstlerin.

Übrigens: Gemalt hat Sigrid Pieper nie wieder. Sie ist ihrer neuen Liebe zum Ton treu geblieben.
Eine Online-Galerie mit ausführlichen Informationen über Kunstwerke und deren Entstehung gibt es unter www.skulptur4u.de.

Claudia Blume