Das kann man wirklich vergessen
Schlusswort von Wulf Rohwedder
Ja, es ist eigentlich ein billiges Klischee, aber das bedeutet nicht, dass es nicht wahr ist: Je älter man wird, desto mehr vergisst man.
Was jedoch vorangegangenen Generationen fehlte, ist die Möglichkeit, dieses Manko mit diversen kleinen Helferlein zumindest teilweise kompensieren zu können.
So erinnert das Handy rechtzeitig an irgendwann getroffene, dann aber längst wieder vergessene oder verdrängte Termine – wenn man daran denkt, es immer rechtzeitig zu laden und auch mitzunehmen. Sollte man es doch einmal vergessen oder liegen gelassen haben, kann man es mittels anderer Geräte wieder aufspüren, sofern die Ortungsfunktion aktiviert ist.
Das gilt auch für viele andere Dinge, die man gern einmal irgendwo liegen lässt. Diese können mit mehr oder weniger formschönen kleinen Plastikklötzchen versehen werden, die bei Bedarf dem Computer, dem Handy oder der Smartwatch des jeweiligen Besitzers ihren letzten bekannten Standort preisgeben und auf Wunsch auch Laut geben.
Leider gibt es diese Lösung noch nicht für normale Brillen, was mir schon so manchen Blindflug beschert hat. Bisher habe ich mich noch nicht dazu durchringen können, mir deshalb Smart Glasses zuzulegen, die nicht nur wissen, wo man sie gelassen hat, sondern ihren Träger permanent mit weniger wichtigen Informationen über seine Umgebung versorgen, auf die ich bisher gut verzichten konnte – wie auch auf den speziellen Look, die diese eher klobigen Teile ihrem Benutzer aufzwingen.
Wenn es einem trotzdem tatsächlich gelungen sein sollte, sämtliche dieser vernetzten Geräte gleichzeitig zu verbummeln, ist man allerdings endgültig aufgeschmissen. In diesem Fall wäre es wohl ratsam, ernsthaft über einen Wechsel ins betreute Wohnen nachzudenken. Oder sich feste Plätze für die wichtigsten Gegenstände auszudenken.
Übrigens: Sollte ich an dieser Stelle schon einmal über meine Vergesslichkeit geschrieben haben, so bitte ich darum, mir diese Wiederholung nachzusehen. Die Begründung ergibt sich aus dem Thema selbst. Ich kann mich nur gerade nicht erinnern.
Wulf Rohwedder


