Vorgestellt

24. November 2015

Die Stubenmanufaktur

Seit einem Jahr bietet Birte Kruse Kindergeburtstage,
Kurse und Kreatives an

Birte KruseIm Kamin knistert Kiefernholz, aus der Küche duftet es nach Plätzchen und Früchtepunsch. Am drei Meter langen Holztisch in ihrem Wohnzimmer im Trilluper Weg hat Birte Kruse am Morgen noch mit ihrer Familie gefrühstückt, jetzt liegen hier Tannenzweige, gesammelte Schätze aus der Natur, knallbunte Weihnachtskugeln, Kerzen, Draht und goldene Tannenzapfen bereit. Alles ist vorbereitet für die „Stubenmanufaktur“. Adventskränze sind an diesem Wochenende im November das Thema, sechs Kinder sind angemeldet.

Birte Kruse ist gelernte Erzieherin und Schneiderin, sie arbeitet mit Beton, Holz und Keramik, mit Pinseln, Papier und Stoff. Sie schafft Kunsthandwerk und Deko-Unikate aus Treibholz, alten Möbeln oder Alltagsgegenständen. Künstlerisches und Kreatives – das war schon immer ihr Ding. Sie hat in Schulen und Jugendzentren Kurse gegeben, wurde immer wieder auch privat angefragt. Sie wollte Beruf, Talent und Hobby zusammenbringen. „Vor gut einem Jahr hatte ich die Idee, freiberuflich Kurse, Kreativ-Workshops und Kindergeburtstage anzubieten“, erzählt die 44-jährige Duvenstedterin. Der passende Ort dafür war schnell gefunden: das heimische Wohnzimmer. Seitdem gibt es die „Stubenmanufaktur“. Die Nachfrage im Alstertal ist offenbar da: In den vergangenen Monaten hat Birte Kruse Nähkurse gegeben, Kindergeburtstage organisiert und mit Jugendlichen individuelle Klappkarten gestaltet. In den Ferien wird das Kruse-Wohnzimmer auch mal für mehrere Tage zur Werkstatt, ansonsten an festen Nachmittagen und an manchen Wochenenden.

„Kreativität ist für mich ein Schlüssel zum Glücklichsein“, sagt Birte Kruse. „Mit Ideen und Fantasie ist so vieles möglich – beim Handwerken und Basteln sowieso, aber auch sonst im Leben. Das möchte ich in der „Stubenmanufaktur“ vermitteln.“

Wenn ihre eigenen Kinder Geburtstag haben, ist das immer ein aufwändiger Festtag in der Familie – mit Girlanden, selbst gebackenen Torten und Süßigkeiten, die an Bindfäden von der Decke baumeln. „Vielleicht übertreiben wir es ein wenig“, gibt sie zu, „aber alle haben großen Spaß.“ Seit einem Jahr macht sie auch fremde Geburtstagskinder und deren Freunde glücklich – mit einem Kreativ-Programm, das sie nach Wunsch der Eltern und Kinder aus ihrer Talente- und Materialien-Kiste zusammenstellt. „Die Kinder sollen sich wohlfühlen und am Ende auch etwas Eigenes zum Mitnehmen in der Hand haben – das kann ein Haus aus Ton sein oder eine Box mit selbst gestalteten Glückwunschkarten.

An diesem Novemberwochenende nimmt jedes Kind einen selbst gebundenen Adventskranz mit – ganz klassisch bestückt, überladen mit bunten Kugeln oder goldenen Tannenzapfen. Ein Junge hat zwei Matchbox-Autos in seinen Kranz geflochten. Erlaubt ist, was gefällt. Hier zählt die Idee. In der Pause gibt es Früchtepunsch und Kekse. Die Eltern nehmen Kinder mit nach Hause, die glücklicher nicht sein könnten.

Bisher habe jedes Kind ihre Wohnzimmer-Werkstatt zufrieden verlassen, berichtet Birte Kruse, als sie den großen Tisch wieder abräumt und fürs Familienabendbrot aufdeckt. „Wenn jemand sagt: ,Welchen Kurs bietest du als nächstes an? Ich will dabei sein!‘, dann ist das richtig schön.“

die Redaktion