Tipps

23. April 2014

Buchtipps für den Frühling

VON HEIKE KLAUDER

34.1Rhidian Brook:
Niemandsland Bereits in dem Roman „Der Trümmermörder“ von Cay Rademacher wurde das Nachkriegs- Hamburg sehr eindrucksvoll beschrieben. Auch „Niemandsland“ von Rhidian Brook spielt 1946. Das Leben der Menschen wird beherrscht von Hunger und Kälte, während unter britischer Besatzung Entnazifizierung und Wiederaufbau vorangetrieben werden. Colonel Lewis Morgan wird mit seiner Familie in die herrschaftliche Elbvilla der Familie Lubert einquartiert. Er trifft die überraschende Entscheidung, dass der deutsche Hausherr mit seiner Tochter bleiben darf. Zu Beginn ist die Situation unerträglich … „Niemandsland“ erzählt von dem Aufeinandertreffen von Siegern und Besiegten, die sich gemeinsam daran machen, einen von Gewalt und Diktatur zerrissenen Land einen Zukunft geben.

Jan Weiler:
34.2Das Pubertier Haben Sie ein Kind in der Pubertät? Oder demnächst? Oder Sie haben es knapp überlebt? In jedem Fall brauchen Sie dieses Buch! Sie waren süß. Sie waren niedlich. Jeden Milchzahn hat man als Meilenstein gefeiert. Doch irgendwann mutieren die Kinder in rasender Geschwindigkeit von fröhlichen, neugierigen und nett anzuschauenden Mädchen und Jungen zu muffeligen, maulfaulen und hysterischen Pubertieren. Aus rosigen Kindergesichtern werden Pickelplantagen. Nasen, Beine und Hinterteile wachsen in beängstigendem Tempo. Stimmen klingen wie verstimmte Dudelsäcke, aber die Kommunikation scheint ohnehin phasenweise unmöglich, denn das Hirn ist wegen Umbaus vorübergehend geschlossen. Und doch ist da ein guter Kern. Irgendwo im Pubertier schlummert ein erwachsenes Wesen voller Güte und Vernunft. Man muss nur Geduld haben, bis es sich durch Berge von Klamotten und leeren Puddingbechern ans Tageslicht gewühlt hat. Und Jan Weilers Kolumnen helfen.