Kolumne

29. September 2015

Rucksäcke und mehr

Kolumne von Vera Klose

Ein Höllenlärm drang aus dem kleinen Andenkenladen in der Einkaufszone des beschaulichen Ferienortes. Zuerst war das Klirren von zerspringendem Glas zu vernehmen, dann das weinende Aufheulen eines Kleinkindes und zu guter Letzt empörtes Stimmengewirr. Der Grund der allgemeinen Aufregung: Ein Herr hatte zuerst sauber ein Regal mit touristisch attraktiven Porzellanfiguren abgeräumt, um sich dann umzudrehen in der Absicht, den Schaden zu sichten, dabei aber völlig die Mutter mit dem Kind auf dem Arm übersehen und im Herumdrehen das Gesicht des Kleinen gestreift.
Womit ? Mit seinem Rucksack, den er auf dem Rücken festgeschnallt hatte. Also, ich muss ja sagen, so ein Säckl ist eine großartige Erfindung, in welchem Zeitalter auch immer das Teil erfunden wurde. Jedenfalls lag so eine „Kraxe“ – Vorgänger des Rucksackes – auch schon neben Ötzi, der Mumie, im Tauwasser des angeblich ewigen Eises. Aber auch neuzeitlichen Wanderern wie geneigten Radfahrern ist das Teil heutzutage höchst dienlich. Keine Frage. Warum aber vergessen die meisten stets, dass sie einen mehr oder weniger dicken Rucksack auf dem Rücken haben und somit der Oberkörper manchmal den Umfang eines ausgewachsenen Braunbären annimmt? Klar hat man hinten keine Augen. Nichts Neues. Aber wäre es nicht angemessen, rücksichtsvoll darüber nachzudenken, dass man mit so einem Behältnis unter dem Nacken quasi dicker geworden ist, zumindest oben herum? Für uns kann das nur heißen wenn Rucksackträger/innen in Menschenmengen auftauchen: Abstand halten! Im obigen Fall passt das Sprichwort: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Vera Klose

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