Klönschnack

12. Dezember 2018

Öberdrievenen Paragraphenwald utlichten

Min grooten Wunsch för dar Johr 2019

In Brüssel, Berlin un Hamborg geeven se düchtig veele Regeln,
Vörschriften, Paragraphen, DIN-Vörschriften un Empfehlungen rut.

De dor investierte Perfektionismus engt de Kreativität ein un wi schüttelt oftmols den Kopp.
Se stoht veelmols den gesunden Menschenverstand in Weg, mogt uns dat Leben schwor.
Kannst kuum noch dörchkieken. Geevt de Rechtsverdreier, Behörden, Goodachter un Gerichten veel to veel Arbeit, de kummt dor nich achterran.
Kontroleern könt se de Inhaltung von de Vörschriften all gornch mehr.

To`n Bispill.
In Duvenstedt hebt de Bürger dat Max-Kramp-Huus in 50-jähriger ehrenamtlicher Arbeit obbout un bedrievt dor een Kulturzentrum am Duvenstedter Markt.

Dor ward de nien Brandvörschriften nu to een Problem.

Erstmols fordert de Bauprüf een Brandschutzgutachten, wat veel kosten deit.
De Brandschutzexperte het sik dat Huus genau ankeeken. He stellt een 25 Sieden-Gootachten ob, fordert Nachrüstungen, de 150000 Euro kosten schulln.
Dat langt de oberste Brandschutzbehörde nich, se legt dat Gootachten an de Siet un verlangt vom Schriefdisch ut öberdfievene Norüstungen, de 550000 Euro kosten warden.

Schall de Vereinigung Duvenstedt, de för dat Huus verantwortlich is, de Flinte in`t Korn smieten?
Ward de Stadt dat Huus ünnerstütten un een grooten Andeel betolen?
Schulln de Bürger dürch Spenden dat Loch to`n Deel stoppen?
Möten de Vörschriften ob een gesundet Moot trüch nohm warden?

In düssen Fall wünsch ik mi, all Bedeeligten lood Vernunft walten, holt tosomen un find eene Lösung, de praktikabel is un dat de seegensrieke Bedriev in`t Max-Kramp-Huus wieder geiht.

Am Stammdisch vertellt se veele Soken öber den Paragraphenwald, de verrückte Blüten obkomen lett.
Dor geevt dat een Ingobe, de Verkehrspolizei schöllt am kurvenrieken Duvenstedter Damm ob 30 km/h den susenden Verkehr dolsetten.
Se antert, wi möten een klagefähigen Breef schrieben, den ward se to Entscheidung to Gericht geeven.

Se sülbens kiek dor mang de öberspöönschen Vorschriften nich mehr dörch un bedenkt nich, wo vull de Schuufladen vun de Richters sünd. Nu kann dat Jahre duern un de Lüüd kummt solang blots noch mit veel Glück heel öber de Stroot.

Im Umweltschutz, bei Dieselautos, im Steuer- und Baurecht ward veel to veel üm dree Ecken regelt.

Wo süht dat bi de Haspa ut?
Wenn een Kredit hebben wullt, dörfst du nicht to jung oder to old sien.

Ganz fründlich drückt se di zehn Formulare in de Hand.
Wat du dor angeben muss, is dat End von wech. Hose runter!
Grundvermögen, alle Einnahmen, alle Ausgaben einschließlich evt. Alimente.
Versekerungen, Autokosten usw., allns för de Ratingskala. Wenn een dat allns begriepen will, müss man Finanzwesen studiert hebben.

Nu is de Haspa besünners kundenfründlich.
Se mokt ehre Filialen komodig, mit een grooten Disch, wo jedeen öber allns snaggen kann, dat se di dat allns bi een Kopp Koffi vepossematuckeln könt.

Kundenfrünlicher kunn dat ok bi de Baubehörde Wandsbek togohn.
Deelwies hebt de Sachbearbeiter keen Tied, Utkunft öber dat undurchsichtige Baurecht to geven. Oftmols muss een Besprechungstermin lang vörher anmeld warn un för de Bessprechungstied möt man wat betolen.

To`n Sluss:
Uns Bundestagspräsident, Herr Schäuble, het segt:
„Gerade wir Deutschen sind manchmal zu gründlich:
Nun regulieren wir wieder so stark, dass es sogar schwer wird, den Bau eines Flughafens zu vollenden.
Manchmal habe ich die Sorge, dass wir uns in unserer Neigung zur juristischen und bürokratischen Perfektion selber fast schon handlungsunfähig machen.“

Dor is wiss wat an, meen ik as eenfache Bürger.

Min Wunsch för dat Johr 2019 is,
dat de Parlementarier den Pararaphenwald so lichten, dat Normolbürger dorut kloogward.

Alles Goode för dat Jahr 2019 wünscht
Hinni Jürjens