Kirche

23. April 2018

Hilfe, wir werden islamisiert!

Wirklich? Stimmt das? Natürlich sehen wir – weniger in Duvenstedt, aber durchaus auch hier – in unserem Stadtbild Menschen, die erkennbar einer anderen Glaubensgemeinschaft angehören. Insbesondere bei muslimischen Mitmenschen kann man das bisweilen erkennen, wenn Frauen ihre Haare bedecken oder Männer ein langes Gewand und/oder eine Häkelmütze tragen. Aber auch Sikhs sind an ihren typischen Turbanen erkennbar. Jüdische Männer vermeiden (leider!) mittlerweile die Erkennbarkeit in der Öffentlichkeit, weil sie nicht sicher sein können, dass sie wegen ihres Jüdischseins nicht angegriffen werden. Und das ist beschämend, zumal nicht nur religiös überdrehte Migranten daran beteiligt sind, sondern auch Einheimische, die sich eigentlich zum christlichen Abendland zählen, aber die begrüßenswerte Anwesenheit jüdischen Lebens nicht als bereichernde Selbstverständlichkeit akzeptieren können. Die Überschrift müsste also eigentlich lauten:

Hilfe, wir polarisieren!
Und damit ist niemandem geholfen. Wer akzeptiert wird, muss akzeptieren können. Wer respektiert werden möchte, muss respektvoll mit anderen umgehen. Wer Angst vor anderen hat, muß sich seiner selbst vergewissern. Wer weiß, wer er oder sie selber ist, braucht keine Angst vor anderen zu haben. Natürlich gibt es Subkulturen, insbesondere religiöse Subkulturen, deren Treiben aufmerksam verfolgt werden muss. Aber das ist nicht unsere Aufgabe. Unsere Aufgabe ist es, allen, die es wünschen, dabei zu helfen, eine solide Glaubens- und Lebensbasis zu haben, von der aus das Leben gelassen und neugierig angegangen werden kann. Deswegen laden die Kirchengemeinden des Landes sehr herzlich ein, sich des eigenen Glaubens zu vergewissern. Dazu gibt es viele Möglichkeiten. An eine davon möchte ich heute erinnern, an die Selbstvergewisserung, die Konfirmation, denn nichts anderes bedeutet das lateinische „confirmatio“: Vergewisserung.

Hurra, wir konfirmieren!
Wir lernen, was das Christentum ist, welche Fragen und Gewissheiten dazugehören, was es bedeutet, ein Teil dieser Glaubensgemeinschaft, der Kirche zu sein, wo Schwierigkeiten liegen könnten, wie vielfältig christliches Leben und christliches Glauben sein kann – und wie schön es ist, sich daran zu erinnern, dass man schon 50 Jahre dazugehört: die Goldene Konfirmation. Weil unsere Kirche nunmehr 50 Jahre besteht, wollen wir erstmalig dieses Fest feiern und würden uns freuen, wenn sich alle, die nicht nur 1968 bei der ersten Konfirmation in der Cantate-Kirche dabei waren, sondern auch die, die 1965-67 als Duvenstedter Konfirmandinnen und Konfirmanden in der Ohlstedter Kirche eingesegnet wurden, bei uns melden würden. Ansonsten versuchen wir nach Kräften, die damaligen Jugendlichen ausfindig zu machen, könnten aber eben Hilfe gebrauchen.

Wissen, was man glaubt, wissen, wohin man gehört, sich über Neues freuen, Menschen in ihrem Sein annehmen können – Gelassenheit, Freundlichkeit, Gewissheit – das alles kann man in unserem Glauben finden. In diesem Geiste wollen wir feiern. Feiern Sie mit! Goldene Konfirmation am 9. September 2018 in der Cantate-Kirche. Und Konfirmationen in jedem Jahr am ersten und dritten Sonntag im Mai.

Herzlichst Ihr Peter Fahr