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8. Dezember 2017

Der Raubwürger

Entgegen seinem gruseligen Namen raubt, noch würgt er andere Tiere. Der Raubwürger ist ein Singvogel, der mit dem Neuntöter verwandt ist.

Der amselgroße Raubwürger ist an seinem schwarz-grau- weißen Gefieder sehr gut zu erkennen. Typisch ist ein breites, schwarzes Band am Kopf, das an eine Räubermaske erinnert. Bei genauerer Betrachtung kann man seinen hakenförmigen Schnabel sehen, der an den Schnabel der Greifvögel erinnert.

Der Raubwürger lebt in Landschaften mit großen offenen Flächen und dazwischen verstreuten Bäumen und Sträuchern, auf deren Spitzen er ausdauernd sitzt und die Umgebung beobachtet. Als geschickter Jäger kann er sogar Mäuse erbeuten, die fast so viel wiegen wie er selbst. Anders als die Greifvögel ergreift der Raubwürger seine Beute nicht mit den Krallen, sondern mit dem Schnabel und fliegt dann zurück zu seinem Ansitz. Wie alle Vögel aus der Familie der Würger legt er Vorräte an. Dabei spießt er die Beutestücke in Dornsträuchern auf  oder klemmt sie in Zweige, um in schlechten Zeiten genug Nahrung zu haben. Ähnlich wie Greifvögel und Eulen würgt der Singvogel unverdaute Nahrungsreste in Form von sogenanntem Gewölle aus.

Während der Neuntöter bei uns nur im Sommer lebt und brütet, besucht der Raubwürger Hamburg im Winterhalbjahr. Im Duvenstedter Brook und Umgebung kann man bis zu drei Vögel in der Zeit von Oktober bis März beobachten. Da das Nahrungsangebot an kleinen Tieren im Winter nicht so üppig ist, beanspruchen Raubwürger große Reviere mit hunderten von Hektar .

Krzysztof Wesolowski