Kirche

8. Oktober 2017

Feiern tun wir gerne – und dann?

Pastor Fahrs Worte

Das Kirchenjubiläum, unser Kirchweihfest zum 50. Jahrestag der Einweihung unserer Cantate-Kirche, war wirklich schön. Allen, die dazu beigetragen haben, sind wir zu großem Dank verpflichtet. An erster Stelle möchte ich Beate Rudloff nennen, die sich mit großem Einsatz um die Erstellung der Plakate gekümmert hat. Außerdem hat sie in nächtelanger, liebevoller Kleinarbeit eine eindrucksvolle Diashow zum Jubiläum erstellt. Wer sie verpasst hat, kann sich am Basartag, dem 2. Dezember, noch einmal zum Betrachten in die Kirche setzen.

Auch möchte ich mich im Namen des Kirchengemeinderates sehr herzlich bei den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr bedanken, die an jedem der drei Festwochenenden mit großem Einsatz dabei waren. Sie haben nicht nur bei der Ausrichtung des Flohmarktes tatkräftig mitgeholfen und den Grillstand zu allseitigen Zufriedenheit betrieben, sie haben auch fürs Kinderfest den Grillstand eröffnet, bis 22 Uhr Bier ausgeschenkt und die gesamte Feier mit fröhlicher Logistik begleitet. Zudem haben sie für die Reformationsausstellung unseres Künstlerkreises „Art an der Grenze“ die Kunstwerke in Gestalt von zwölf jeweils drei Meter langen Papierbahnen in der Kirche aufgehängt. Die Ausstellung ist noch bis Ende November in der Kirche zu besichtigen.

„Evangelisch –, katholisch –, freikirchlich –, orthodox – sind wir nicht alle Christen und glauben an einen Gott?”, fragt Pastor Fahr.

„Evangelisch –, katholisch –, freikirchlich –, orthodox – sind wir nicht alle Christen und glauben an einen Gott?”, fragt Pastor Fahr.

Schade, dass das Wetter am Sonnabendnachmittag, dem 10.9., nicht so doll war, daher war es auf der Kirchenwiese ein bisschen ruhig. Aber als später das Blasorchester über eine Stunde – bei wunderbarem Spätsommerwetter spielte, füllte sich der Platz von Minute zu Minute bis zum Höhepunkt des musikalischen Abends: dem Auftritt der Hamburg Pipers, die mit dem Orchester zusammen musizierten. Das Feuerwerk war ein gelungener Abschluss eines festlichen Jubiläums.

Ein weiterer Dank gilt unserem Küchenteam, insbesondere Sonja Krohn, die mit unermüdlichem Einsatz nicht nur das Gemeindehaus und die Kirche jedesmal wieder auf Vordermann brachte, sondern auch bei allen Veranstaltungen mit ihren Mitstreiterinnen gänzlich unaufgeregt dafür sorgte, dass alles gut klappte. Herzlichen Dank dafür – und allen anderen, die ebenfalls zum Gelingen des Festes beigetragen haben.

Aber nun: Nach unserem kleinen lokalen Jubiläum, wenn die „Nacht der Kirchen“ vorbei ist und die Reformationsausstellung hängt, ist in Wittenberg längst schon alles vorbei. Aber der eigentliche Gedenktag der Reformation, der 31. Oktober, ist noch gar nicht gewesen. Geht uns das Reformationsjubiläum schon auf die Nerven? Oder wissen wir überhaupt nicht, was wir damit anfangen sollen? Evangelisch, katholisch, freikirchlich, orthodox – sind wir nicht alle Christen und glauben an einen Gott? Und wenn wir so schön feiern können, müssen wir uns dann auf kleinkariertes Theologengezänk einlassen? Wenn sie sich doch nur zanken wollten! Wenn es doch wirklich wieder sachliche Dispute gäbe! Wenn wir uns doch wirklich wieder öffentlich und engagiert darüber streiten wollten, woran wir wirklich glauben und diesen Unsinn mit der Privatsache endlich einmal sein ließen! Pastor Schumacher aus Ohlstedt hat dazu eingeladen, für den gemeinsamen Reformationsgottesdienst am 31.10. um 11 Uhr in der Matthias-Claudius-Kirche Statements einzureichen: Wie stellen Sie sich die Kirche der Zukunft vor? (Aber bitte nicht nach dem Motto: „Die Kirche müsste …“)

 

  Es grüßt Ihr und Euer Peter Fahr