Moderne Medien

30. November 2016

Vermietung an Angehörige

Kurz § Knapp

Sehr beliebt ist die Vermietung von Wohnimmobilien an nahe Angehörige. Wird diese wie unter fremden Dritten gelebt, dann kann man Verluste auch steuerlich geltend machen.

Soweit die mit dem nahen Angehörigen vereinbarte Miete 66 Prozent der ortsüblichen Miete nicht unterschreitet, kann ein solcher Verlust sogar zu 100 Prozent steuerlich berücksichtigt werden.

In einem aktuellen Urteil hat der Bundesfinanzhof erneut konkretisiert, was eigentlich genau die ortsübliche Miete sein soll.

Demnach berechnet sie sich aus der ortsüblichen Kaltmiete zuzüglich der umlagefähigen Nebenkosten – demnach handelt es sich um die so genannte Warmmiete.

Zur Vergleichbarkeit müssen Wohnungen mit vergleichbarer Ausstattung, Lage und Art ermittelt werden. Hier sollte man auf jeden Fall vermeiden, alles „schön“ zu rechnen. Am besten stellt man sich vor, man wolle die Wohnung verkaufen und ermittelt mit diesem Gedanken ein vergleichbares Objekt. Klar kann da aus einer Tropfsteinhöhle auch schnell wieder ein Palast werden. Zumindest vermeidet man dadurch aber, dass man aufgrund einer Fehleinschätzung und der nachfolgenden Korrektur des Finanzamts unter die entscheidenden
66 Prozent rutscht.

Zudem wird das Mietverhältnis nur anerkannt, wenn wie unter fremden Dritten regelmäßig die Miete gezahlt wird und jährlich die Betriebskosten abgerechnet und natürlich auch beglichen werden.

Sascha Spiegel