Kultur & Unterhaltung

11. Dezember 2018

„Koom ik nu in‘t Fernsehn?“

Amateurtheater Duvenstedt

Mit dem Frühjahrsstück „Koom ik nu in‘t Fernsehn?“, einer niederdeutschen Komödie von Stephan Taphorn unter Regie von Claudia Iden-Marquard läutet das Amateurtheater Duvenstedt das 50. Jahr seines Bestehens ein.

Ein Stück mit viel Humor, witzigen Dialogen, aber auch mit einem liebevoll kritischen Blick auf die Gesellschaft.

Zum Inhalt: Schlachtermeister Berthold Klein (Willi Kühl) hat so seine Mühen, sein Geschäft profitabel zu gestalten. Schwarze Zahlen müssen her. Doch nicht nur der neue Supermarkt macht ihm dabei das Leben schwer, auch seine Frau Marlies (Marie-Luise Engelhardt) ist da weniger eine Hilfe. Statt ihn tatkräftig zu unterstützen, gibt sie das Geld für Luxusartikel aus. Sie hält ihn für einen Versager. Letztlich gehört ihnen das Geschäft nur, weil sie sich verpflichtet hatten, der eigentlichen Besitzerin Josefine Lindemann (Renate Frömming) ein Wohnrecht bis zum Tod einzuräumen. Sie ist mittlerweile über 100 Jahre alt – sehr zum Leidwesen von Marlies, die Josefine am liebsten ins Altersheim stecken würde. Sie ändert ihre Meinung erst, als sie durch Josefines Nichte Gertrud Pumpernickel (Andrea Giering) erfährt, dass Josefine die älteste Frau Deutschlands ist und daher viel Geld mit ihr zu verdienen sei.

Um eine professionelle und lukrative Werbekampagne auf die Beine zu stellen, wird kurzerhand der von den Frauen angehimmelte PR-Manager Detlef von Derenburg (Ralf Kottwitz) mitsamt Assistentin (Susanne Iden) engagiert. Nach und nach werden alle vom Fieber erfasst, auf Josefines Kosten berühmt und reich zu werden. In der Folge wird sie mit völlig abstrusen Ideen geradezu überschüttet. Sogar der Hausarzt, Dr. Sommer (Kai Säger) und Bertholds Sohn Thomas (Peter Quade) können der Versuchung nicht ganz widerstehen. Jeder wähnt sich schon in der Highsociety, als durch eine einzige Schlagzeile in der Tageszeitung die Träume wie Seifenblasen zu zerplatzen drohen.

Eine turbulente Komödie, würdig, das Jubiläumsjahr des Amateurtheaters einzuläuten.

Karten kosten acht Euro bei den bekannten Vorverkaufsstellen, zehn Euro an der Abendkasse.

Heinrich Engelhardt