Rundblick

7. Dezember 2018

Kurz § Knapp

Weihnachtsfeier-Update 2.0

Sobald man bei Aldi die Weihnachtssüßigkeiten entdeckt, sollte man sich als Chef dringend Gedanken über die betriebliche Weihnachtsfeier machen. Ansonsten ist schon wieder alles ausgebucht.

Und wie es in Deutschland so ist, muss man auch ans Finanzamt denken, damit man am Ende nicht eine böse Bescherung erlebt.

Weihnachtsfeiern können opulent mit bis zu 110 Euro (brutto) je Arbeitnehmer ausgestaltet werden. Dabei handelt es sich um einen Freibetrag, so dass im Gegensatz zu früher nur der überschreitende Betrag versteuert werden muss und mit 25 Prozent durch den Arbeitgeber sogar pauschal versteuert werden kann. Kosten für Begleitpersonen sind dem Arbeitnehmer zuzurechnen.

Vorsicht ist aber beim Vorsteuerabzug geboten, da beim Überschreiten der 110 Euro-Grenze der Vorsteuerabzug komplett entfällt.

Die Aufteilung der Kosten hat die Finanzverwaltung bisher anhand der Teilnehmenden vorgenommen. Betragen die Kosten für die Weihnachtsfeier beispielsweise insgesamt 7.500 Euro und nehmen 50 Mitarbeiter sowie von jedem zweiten eine Begleitperson teil, dann sind die Kosten auf 75 Personen aufzuteilen, was 100 Euro pro Person macht. 25 Mitarbeiter liegen dann also bei 100 Euro und überschreiten den Freibetrag nicht, die anderen 25 liegen bei 200 Euro und müssen davon 90 Euro versteuern bzw. der Arbeitgeber versteuert pauschal.

Ein aktuelles Finanzgerichtsurteil hat allerdings große Zweifel an dieser Aufteilung, da nicht ersichtlich ist, welchen zusätzlichen Vorteil die Teilnehmenden haben sollten, wenn Kollegen sich krankmelden. Eine Erhöhung des zuzurechnenden Vorteils der verbliebenen Teilnehmenden kommt daher für die Richter nicht in Frage.

Übrigens: Geschenke an Geschäftsfreunde sind bis zu 35 Euro pro Jahr je Empfänger steuerlich abzugsfähig. Dazu muss genau aufgezeichnet werden, wer welches Geschenk erhalten hat. Ist der Unternehmer selbst umsatzsteuerpflichtig, so ist die
35 Euro Grenze netto, sonst brutto. Empfänger der Geschenke müssen diese generell versteuern, es sei denn, dass der Schenkende pauschal versteuert hat.

Geschenke an Arbeitnehmer aus einem persönlichen Anlass (Geburtstag, Kindsgeburt, Namenstag des Pferdes etc.) sind bis zu 60 Euro lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Daneben kann der Arbeitgeber Sascha Spiegelmonatlich sogar noch Warengutscheine bis zu 44 Euro in Form von Sachbezügen gewähren.

Ich wünsche Ihnen allen besinnliche Festtage!

Sascha Spiegel