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5. Juli 2018

Die Listspinne

In der Familie der Raubspinnen gehört die Listspinne zu den kleineren Arten. Ihr Körper ist bis zu 1,5 cm lang, Männchen sind ein bisschen kleiner und dunkler gefärbt als Weibchen. Der Achtbeiner mag sonnige Stellen mit nicht zu hohen Pflanzen, wo sie im Netz kopfunter den Insekten auflauert.

Die Listspinne wird auch Brautgeschenkspinne genannt, weil das Männchen dem Weibchen vor der Paarung ein Brautgeschenk in Form einer eingesponnenen Beute übergibt. Kurz nach der „Hochzeit“ spinnt das Weibchen einen kugeligen, weiß bis hellgrau gefärbten Kokon, der fast so groß wie die Spinne selbst ist. Darin werden die Eier abgelegt. Die Mutter trägt den Kokon einige Zeit mit sich herum und hält ihn mit den Klauen unter ihrem Körper fest. Später wird der Kokon in einem kuppelartigen Netz befestigt, darin können sich die Jungspinnen verstecken, nachdem sie den Kokon verlassen haben. Die Mutter bleibt immer in der Nähe und behält die Brut im Auge. Nachdem die jungen Spinnen sich zum ersten Mal gehäutet haben, verlasen sie das Netz und leben danach selbständig. Sie überwintern als Halbwüchsige und im folgenden Jahr bekommen selber Nachwuchs.

Ein aufmerksamer Besucher kann die Listspinne im Duvenstedter Brook und Wohldorfer Wald an Weges- und Waldrändern beobachten.

Krzysztof Wesolowski