Rundblick

4. Juli 2018

Europa lernen und leben

Ausgezeichnet: Das Gymnasium Ohlstedt ist erste Europa-Schule in Hamburgs Norden

Schüler aus dem ersten Abiturjahrgang der frisch gekürten Europaschule

Schüler aus dem ersten Abiturjahrgang der frisch gekürten Europaschule

„Wir spielen jetzt in der Champions League“, freut sich Mittelstufenkoordinator Sven Callesen über die Auszeichnung des Gymnasiums Ohlstedt (GO) als erste Europa-Schule im Hamburger Norden durch Bildungssenator Ties Rabe. Aktuell gibt es vier weitere Schulen in Mitte und Süd, die ebenfalls den begehrten Titel tragen dürfen. Mit dem bundesweiten Qualitätssiegel werden Fremdsprachenangebot und interkulturelles Lernen, Unterricht rund um das Thema Europa sowie internationale Vernetzung innerhalb Europas honoriert.

„Wir möchten weltoffene, tolerante junge Menschen ausbilden, die ein grundsätzlich positives Europabild im Sinn der Völkerverständigung und des Humanismus entwickeln“, sagt Schulleiter Hendrik Löns.

Am Gymnasium Ohlstedt wird seit langem Europa gelernt und gelebt. Den Anfang machten vor 30 Jahren erste Schüleraustauschprogramme; mittlerweile gibt es sieben internationale Kooperationen mit Dänemark, Frankreich, Spanien und Italien sowie mit Seattle/USA, Java/Indonesien und Chile. Zudem werden Betriebspraktika in Norditalien und künftig auch in Österreich angeboten.

Als erstes Gymnasium im Norden Hamburgs verfügen die Ohlstedter seit 2007 über einen stufenübergreifenden bilingualen Zweig mit englischsprachigem Unterricht – der beginnt für Fünftklässler mit dem Fach „Drama“ (Theater), steigert sich über „History“ (Geschichte), „Geography“ (Erdkunde) und „Politics“ in Klassen 7, 8 und 10 bis zum Profil „International Studies“ in der Oberstufe.

„Europa definiert sich durch Freizügigkeit im Lernen und Arbeiten ohne Grenzen“, bekräftigt Sven Callesen, einer der Initiatoren des schulischen Europa-Profils. Bereits im vergangenen Oktober erhielt das GO den Titel „Botschafterschule für das Europäische Parlament“ und richtete zwei Mal die Regionalkonferenz aus, auf der sich Jugendliche aus ganz Norddeutschland kritisch mit der EU und ihren Institutionen auseinandersetzen, Zukunftsideen entwickeln und diese später aktiv mit Abgeordneten des EU-Parlaments diskutieren.

„Als frisch gebackene Europa-Schule werden wir uns nicht auf dem Lob ausruhen, sondern das Thema weiter ausbauen“, verspricht Sven Callesen, „so planen wir eine Kooperation mit der benachbarten Grundschule am Walde, um bereits die Jüngsten mit Europa, seiner Bedeutsamkeit und den vielfältigen Möglichkeiten bekanntzumachen – auch um der wachsenden Zahl an Europa-Skeptikern Paroli bieten zu können.“

 

Claudia Blume